Sigmar Gabriel zum 25. Jahrestag der Maueröffnung

Veröffentlicht am 07.11.2014 in Allgemein

Zum 25. Jahrestag der Maueröffnung erklärt der SPD-Parteivorsitzende Sigmar Gabriel:

Am 9. November 1989 wurde die Welt Zeuge eines nicht für möglich gehaltenen Ereignisses: die Öffnung der Mauer, die Deutschland und Europa in Ost und West teilte. Sie vollzog sich über Nacht, ohne Gewalt und erschien allen wie ein Wunder. Aber es kam weder von oben noch von außen: Es waren zuerst Hunderte, dann Tausende und schließlich Hundertausende, die im Herbst 1989 in der DDR auf die Straßen gingen und die Angst vor den Drohungen und Repressionen des SED-Regimes verloren hatten. Unter dem Druck der Menschen schwand die Macht der alleinherrschenden SED - bis sie an den Grenzübergängen in fröhlichem Gedränge und ungläubigem Staunen endete. Die Freude darüber bleibt lebendig bis heute.

Der Fall der Mauer, der heute vor 25 Jahren geschah, wird in Deutschland immer das Symbol für den Freiheitswillen und die Zusammengehörigkeit der Nation sein. Es war der vielleicht glücklichste Moment der jungen Geschichte der deutschen Demokratie. Auch die Sozialdemokratie kann stolz sein auf den damit verbundenen Teil ihrer Geschichte. Die Gründung der Sozialdemokratischen Partei in der DDR am 7. Oktober 1989 durch mutige Frauen und Männer war die konsequenteste Kampfansage an die SED-Herrschaft in der DDR – es war die erste Gründung einer Oppositionspartei in der DDR. Dazu gehörte viel Mut!

Nach dem 9. November 1989 begann, was Willy Brandt damals in die berühmten Worte fasste: „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört". Es ging eine spontan wachsende Kraft aus von den vielen Menschen, die in unzähligen Initiativen die demokratische Umgestaltung der DDR in die Hand nahmen. Viele aus dem Westen haben dabei mitgeholfen.

Fünfundzwanzig Jahre später bleibt sicher noch viel zu tun. Aber weit mehr ist gelungen. Entscheidend ist aber in der Rückschau das Ende von Diktatur, Gängelung und Entmündigung. Wir Deutschen sind zum Glück ein vereintes Volk. Das haben wir dem Mut der Bürgerinnen und Bürger der DDR zu verdanken, denn sie und nicht wir im Westen haben die Mauer zum Einsturz gebracht.

 

Dieses Jubiläum mahnt uns auch, uns auf die Chancen und Perspektiven zu besinnen, die sich damals für Deutschland und Europa eröffneten. Die deutsche Einheit ging mit dem Versprechen einher, zu einem Zustand des Friedens in Europa beizutragen. Heute können wir sehen, dass diese besondere Verantwortung unseres Landes für den Frieden in Europa erneut gebraucht wird, um das Zurückfallen in Denk- und Handlungsmuster des Kalten Krieges zu verhindern.

 

Der 9. November zeigt uns, wie selten es in der Welt gelingt, eine Diktatur zu beseitigen und gemeinsam friedlich ein demokratisches Land aufzubauen. Und wie glücklich wir sein können, dass uns dieses gelungen ist.

 
 

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