Inklusion – Fortschritt oder Absturz?

Veröffentlicht am 16.09.2011 in Bildung

Inklusion in der Bildung ist ein ständiger Prozess, der hochwertige Bildung für alle gewährleisten soll. Gruppen, in denen Vielfalt anerkannt und geschätzt wird, bieten Chancen für alle Kinder, ihre individuellen Kompetenzen weiterzuentwickeln.
Alle Kinder lernen gemeinsam in einer Schule. Alle Kinder haben gleiche Chancen auf Bildung. Individuelle Fähigkeiten können sich voll entfalten. Diskriminierung und Beeinträchtigung von Fähigkeiten und Begabungen sind ausgeschlossen. Das ist das Ziel der UN-Behindertenrechtskonvention, die seit dem 19. Dezember 2008 in Deutschland gilt und im November 2009 von der Landesregierung im Koalitionsvertrag verankert wurde.
Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport erarbeitet gegenwärtig einen Aktionsplan für das Land Brandenburg zur Umsetzung der UN-Behinderten- rechtskonvention im Bildungsbereich. Zentrales Anliegen ist die Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und sonderpädagogischen Förderbedarfen in das allgemeine Bildungssystem und damit das gemeinsame zieldifferenzierte Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Behinderungen in der allgemeinen Schule. Dabei stehen insbesondere die Kinder mit Lernbehinderung und Verzögerung in der sozialen und emotionalen Entwicklung im Fokus.

Bereits jetzt werden im Landkreis Oberhavel 50 Prozent der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf gemeinsam mit anderen Schülern an allgemeinbildenden Schulen unterrichtet. Diese Zahl liegt deutlich über den 40% für Brandenburg insgesamt. Insofern wird bereits jetzt an den Grundschulen, Oberschulen, Gesamtschulen und Gymnasien in Oberhavel viel geleistet – und das zum Teil ohne angemessene Ausstattung mit sonderpädagogischen Fachpersonal.

Wenn Inklusion weiter vorangetrieben werden soll, benötigt das Land Brandenburg viel mehr Sonderpädagogen als bisher.
Diese Lehrkräfte stehen aber dem Land erst zum Schuljahr 2019/20 zur Verfügung, denn die landeseigene Ausbildung der Sonderpädagogen beginnt erst im Jahr 2013/14. Dem steht aber gegenüber, dass ab dem Jahr 2014 schon 1636 mehr Lehrer benötigt werden. Und hiervon müssen 660 Sonderpädagogen sein. Woher nehmen, wenn nicht aus anderen Bundesländern?!

Von einer Schulschließung im Kreis Oberhavel wären bis zum Schuljahr 2019/20 die drei Grundschulen mit dem Förderbedarf „Lernen“ betroffen: Linden-Schule Oranienburg, Luisen-Schule Gransee und die Schule a. d. Havelauen in Hennigsdorf. Darüber hinaus müsste auch die Margeritenschule in Borgsdorf mit dem sonderpädagogischen Schwerpunkt „soziale und emotionale Entwicklung“ schließen. Die Abwicklung dieser Schulen soll nach der bisherigen Planungen des Ministeriums bis zum Schuljahr 2019 zum Abschluss gebracht werden und 2013 begonnen werden.
In ganz Brandenburg gibt es 46 Förderschulen und dem stehen momentan 20 Grund- schulen gegenüber, die sich schon auf den Weg der Inklusion gemacht haben.

Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was das für unsere Grundschule bedeutet!
Schon heute bietet das Raumkonzept keine größeren Ausweichmöglichkeiten.
Um die Inklusion wegweisend durchführen, ist ein Lehrer- /Schülerschlüssel von 1:15 angesetzt. In Glienicke sind im Durchschnitt ca. 24 Grundschüler in einer Klasse.
Ein jeder kann sich ausrechnen was das für die Grundschule bedeuten wird.
Inklusion kann nur funktionieren, wenn die notwendigen personellen und räumlichen Rahmenbedingungen vorhanden sind. Das Land und die Schulträger sind in der Pflicht, diese zu schaffen. Erst dann kann Inklusion erfolgreich umgesetzt werden und ein Gewinn für Schülerinnen und Schüler mit und ohne Behinderung sein.

Kathrin Kröger
SPD Sachkundige Einwohnerin Sozialausschuss

 
 

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