Informationsveranstaltung zum Thema „Sicherheit“ mit dem Innenminister

Veröffentlicht am 13.02.2019 in Allgemein

Foto: privat

Diebstähle aus Autos, Enkeltrick und Drogen

von Susanne Kübler

Hohen Besuch konnte die Glienicker SPD am 17. Januar in der Aula des Neuen Gymnasiums Glienicke begrüßen: Innenminister Karl-Heinz Schröter war einer Einladung des Ortsvereins gefolgt, um in einer öffentlichen Informationsveranstaltung zum Thema „Sicherheit“ zu sprechen. Begleitet wurde er von Lars Borchardt, dem Leiter der Polizeiinspektion Oberhavel, und von Stefan Boye, dem Leiter der Polizeiwache Hennigsdorf. Unter den rund 40 interessierten Besuchern waren zudem Inka Gossmann-Reetz, die innenpolitische Sprecherin der SPD im Brandenburger Landtag, sowie die stellvertretende Glienicker Bürgermeisterin Jana Klätke.

 

Knapp 500 Straftaten in Glienicke

2017 gab es in Glienicke 498 registrierte Straftaten, 2018 waren es fast genauso viele. Die Kriminalitätshäufigkeit im Vergleich zur Einwohnerzahl entspricht damit 4.096 Straftaten pro 100.000 Einwohner. Das seien „bayrische Verhältnisse“, so Schröter, denn dort beträgt die Kriminalitätshäufigkeit 4.800 Straftaten pro 100.000 Einwohner (zum Vergleich: Oberhavel 6.200, Berlin 14.500). In Glienicke sind es vor allem Wohnungseinbrüche und besonders schwere Diebstähle aus Autos, die die Polizei als Schwerpunkte ausmacht. „Im letzten Jahr hatten wir drei Diebstahlserien in Glienicke, die unsere Statistik mit allein 45 Straftaten durcheinander geworfen haben“, erläuterte Stefan Boye. Überrascht hatte ihn, dass es keinerlei Zeugenhinweise gab, obwohl ein Großteil der Fälle Fahrzeuge im Sonnengarten betraf. Dennoch gelang der Polizei die Festnahme von Verdächtigen. Auch die Zahl der Wohnungseinbrüche in Glienicke konnte, dank eines polizeiinternen Konzepts, im letzten Jahr deutlich gesenkt werden.

 

Enkeltrick und Drogen im Bürgerpark

Zwei weitere Themen beschäftigten die Veranstaltungsbesucher in Glienicke: So berichteten mehrere ältere Zuhörer, dass sie Opfer des sogenannten „Enkeltricks“ geworden seien. Den ersten Anruf habe er noch bei der Polizei angezeigt, die nächsten beiden dann nicht mehr, so ein Glienicker. „Selbst wenn Sie das Gefühl haben, dass nichts passiert, zeigen Sie bitte alle Vorfälle an“, appellierte Stefan Boye. Nicht alle Vorfälle können aufgeklärt werden, aber auch präventive Maßnahmen wie Information und Aufklärung gehören zu den polizeilichen Aufgaben.

Das zweite Thema sprach der SPD-Ortsvereinsvorsitzende und Gastgeber Uwe Klein an: den Konsum und Verkauf von Drogen im Bürgerpark. Drogen konsumierende Jugendliche seien „ein klassisches Thema für den Streetworker“, so Innenminister Schröter. Verdrängung sei keine Lösung. „Für uns ist wichtig zu wissen, wo die Jugendlichen sind“, ergänzte Boye. Hinter den Dealern selbst stünde oftmals organisierte Kriminalität. Hier gelte es, gerichtsfeste Hinweise zu sammeln.

Bezüglich präventiver Angebote bat Uwe Klein ferner darum, in Glienicke eine Fahrradcodierung am Wochenende durchzuführen. Eine Anregung, die der Leiter der Polizeiwache Hennigsdorf gerne aufnahm.

 

Polizei ist präsent

„Auch wenn Sie die Polizei nicht sehen, heißt das nicht, dass sie nicht da ist“, resümierte Innenminister Schröter. Der Revierpolizist für Glienicke, René Linke, der im Publikum saß, ergänzte beispielhaft, dass er selbst „täglich bis zu fünf Stunden in Glienicke vor Ort“ sei für Zivilstreifen, Geschwindigkeitskontrollen oder Hausbesuche. „Unsere Polizei arbeitet lageabhängig“, erläuterte Schröter. So stehe unter anderem in Oranienburg bei Bedarf eine Hundertschaft zur Verstärkung der Streifenpolizei bereit.

 

„Der Ruf der Polizei in Brandenburg ist ausgezeichnet“

Schröter machte deutlich, dass er als Innenminister hohen Wert auf die Qualität der Brandenburger Polizei legt. Neben neuer Ausstattung und Bewaffnung gebe es auch mehr Anwärter für den Polizeidient. Seit 2014 wurden rund 1.850 neue Anwärterinnen und Anwärter aufgenommen. Der Nachwuchs ist dringend erforderlich für die derzeit etwas mehr als 8.000 Beschäftigten im Brandenburger Polizeidienst, von denen viele in den nächsten Jahren in den Ruhestand gehen.

Die Frage nach möglichen Reichsbürgern oder rechten Strukturen in der Polizei beantwortete Schröter unmissverständlich: „In Brandenburg sind solche Dinge noch nicht vorgekommen. Und ich verspreche Ihnen, dass jemand mit so einem Hintergrund bei uns längste Zeit Polizist gewesen ist.“ Lediglich ein Polizeischüler mit entsprechender Einstellung hätte die Schule sofort verlassen dürfen. „Der Ruf der Polizei in Brandenburg ist ausgezeichnet.“ (sk)

Info: Auch online können Hinweise auf Straftaten bei der Polizei eingereicht werden. Die Internetwache ist zu erreichen unter https://polizei.brandenburg.de (Bürgerservice / Strafanzeige erstatten)

 
 

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