Förderung von Balkon-Solaranlagen beantragt

Veröffentlicht am 18.08.2022 in Umwelt
 

von Susanne Kübler

Sowohl vor dem Hintergrund der Energiewende als auch angesichts der steigenden Strom- und Gaspreise schlägt die SPD-Fraktion vor, die private Anschaffung von Balkon-Solaranlagen durch unsere Gemeinde fördern zu lassen.

Balkon-Solaranlagen sind ein kleiner, aber wirkungsvoller Schritt für die nachhaltige Erzeugung von Strom für den Eigenbedarf. Der von diesen Solarkraftwerken erzeugte Strom wird direkt in das Hausnetz eingespeist und versorgt alle Geräte, die gerade Strom benötigen. Die Anlage kann auf dem Balkon, am Balkongeländer, der Hausfassade, der Terrasse, auf der Gartenlaube o.Ä. angebracht werden. Die Anbringung bedarf der Genehmigung des Hauseigentümers bzw. Vermieters, weiterhin ist eine Anzeige beim Netzbetreiber erforderlich.

Amortisierung nach sechs bis zwölf Jahren

Eine Balkon-Solaranlage, welche eine Maximalleistung von bis zu 380 Watt pro Jahr erzeugt (erlaubt sind max. 600 Watt), kostet in der Anschaffung ca. 650 Euro. Bei optimaler Installation kann eine solche Anlage ca. 280 Kilowattstunden (kWh) Strom pro Jahr produzieren. Das entspricht in etwa dem Verbrauch einer mittelgroßen Kühl-Gefrierschrankkombination der Effizienzklasse A+ mit einem Gesamtvolumen von 300 Litern. Mit der Installation einer Balkon-Solaranlage lassen sich die jährlichen Stromkosten somit um 50 bis 100 Euro senken – bei steigenden Stromkosten sogar deutlich mehr. Die Anschaffung hätte sich damit nach spätestens sechs bis zwölf Jahren amortisiert, die Betriebsdauer ist für mindestens 15 Jahre ausgelegt.

30.000 Euro für Förderung beantragt

Eine finanzielle Förderung durch die Gemeinde wäre ein weiterer Anreiz, eine solche Balkon-Solaranlage für den Eigenbedarf anzuschaffen, eine nachhaltige und lokale Stromerzeugung zu unterstützen und einen kleinen Beitrag zur Energiewende zu leisten. So beantragt die SPD-Fraktion, 30.000 Euro als Fördermittel zur Verfügung zu stellen. Bei einem gemeindlichen Zuschuss von 150 bis 200 Euro pro Antrag/Gerät könnten ebenso viele Anlagen im Gemeindegebiet angeschafft werden. Refinanziert werden könnte die Summe aus den eingesparten Mitteln für den Kiezbus, dessen Betrieb zukünftig vom Landkreis übernommen wird. Und da es vergleichbare Förderungen bereits in vielen anderen Städten gibt, könnte die Verwaltung für das Antragsverfahren leicht auf die Förderunterlagen (Richtlinien, Antragsformulare) anderer Kommunen als Vorlage zurückgreifen.

Alternative: Weniger ist mehr!

Nun muss man einräumen, dass die Auswirkungen auf das Klima durch die Anschaffung solcher Anlagen nicht ausschließlich positiv sind. Denn auch diese Geräte werden mit hohem Energieaufwand produziert und zum Verbraucher geliefert und erzeugen wiederum Energie und Müll bei ihrer Entsorgung.

Da die Verfasserin dieser Zeilen ein großer Fan des Ansatzes „Weniger ist mehr“ ist, könnte eine Alternative zur Förderung der Anschaffung einer Balkon-Solaranlage auch darin bestehen, dass erfolgreiches Energieeinsparen von der Gemeinde honoriert wird. Zum Beispiel in Form eines Wettbewerbs, bei dem die teilnehmenden Haushalte nachweisen, wie viel weniger Energie sie im Vergleich zu den Vorjahren verbraucht haben. Ein doppelter Gewinn für den eigenen Geldbeutel und ein weiterer Gewinn für das Klima!

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